Eine neue Fabrik im Jahr 1785
Der Standort
Der Standort in Montcenis wurde wegen der Anwesenheit der Charbonnière gewählt, von der die Kohle wegen ihrer exzellenten Qualität weil berühmt ist und für die neue englische Verarbeitungsprozedur geeignet war. Außerdem existierten kleine Eisenminen in der Nähe (Antully, Chalencey…). Schließlich spielte auch die geografische Lage von Montcenis in der Nähe der Flüsse Saône und Loire eine entscheidende Rolle. Für eine Gießerei für Kanonen für die Marine war es wichtig, auch in Richtung des Atlantischen Ozeans und in das Mittelmeergebiet liefern zu können. Diese Situation wurde im Jahre 1793 mit der Eröffnung des Canal du Centre bestätigt. "Man wird keine zweite Fabrik in Europa nennen können, die so günstig gelegen ist im Hinblick auf die Flexibilität und den billigen Importen für die Rohmaterialien sowie den Export der produzierten Materialien."
M. de La METHERIE, 1787.
Im Hinblick auf die Architektur der Gebäude, von der Symmetrie des Ganzen, wurde die Gießerei wie ein Schloss gebaut. Der Architekt, Pierre Toufaire, konnte sich ja nicht auf einem Vorbild eines Bauwerks von dieser Bedeutung beziehen. Er integrierte also die Anordnung der Fabrik in einen Raum der nach dem Vorbild eines Schlosses aus dem 17. und 18. Jahrhunderts zusammengestellt und angeordnet war; die Gemächer des Herren wurden zur Gießerei, die Korridore wurden zu Werkstätten, die Gemeinschaftsräume wurden zu den Unterkünften der Arbeiter; so übernahm die Gießerei also die Funktionen einer Stadt, die noch nicht existierte (Habitat).
Am Vorabend der Französischen Revolution verließen die Techniker wie Wendel und Wilkinson Frankreich, auf der anderen Seite hatten die Produkte nicht mehr die genügende Qualität. Trotzdem blieb diese erste Koksgießerei ein Ort, den die Gelehrten der Epoche besuchen mussten. Monge und Lavoisier kamen dort hin, um Erfahrungen zu sammeln, Daubenton beschrieb sie als "ein Weltwunder", Baudot fühlte sich "am Eingang der Gießerei des Admirals", Guyton sah dort "einen neuen Ätna"…
Die Realität war jedoch eine andere, die technischen Probleme und die finanziellen Schwierigkeiten sorgten dafür, dass die Gießerei von einer Pleite in die nächste Pleite schlitterte. Einige wichtige Dinge wurden allerdings am Anfang des 19. Jahrhunderts dennoch hergestellt wie der Dachstuhl des Getreidespeichers in Paris und der Brunnen in Bondy.