Early Birthplaces

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Early Birthplaces > Oberhausen > Eisenverhüttung im Ruhrgebiet 1750-1850

Die Eisenverhüttung im Ruhrgebiet
von 1750 bis 1850

Die industrielle Eisenverhüttung im Ruhrgebiet beginnt 1758. Zu diesem Zeitpunkt fließt erstmals Roheisen aus einem Hochofen im Revier. Dieser erste Hochofen – die St. Antony-Hütte im heutigen Oberhausener Ortsteil Osterfeld – arbeitet mit regionalen Rohstoffen. Raseneisenerz kommt aus den Flussniederungen der Umgebung, Holzkohle aus den benachbarten Wäldern.

Die St. Antony-Hütte in (Oberhausen-)Osterfeld 1834, Grafik von Weeser-Krell (Repro: LVR - Industriemuseum)

Als sich der Erfolg dieser Hütte abzeichnet, werden bald zwei weitere Eisenhütten in den benachbarten Territorien gegründet: die Hütte Gute Hoffnung in Sterkrade und die Hütte Neu-Essen im Reichsstift Essen. Diese drei Hütten bilden die Basis des späteren Weltkonzerns Gutehoffnungshütte.

Die Hütte Gute Hoffnung in (Oberhausen-)Sterkrade 1834, Grafik von Weeser-Krell (Repro: LVR - Industriemuseum)

Weitere Eisenhütten entstehen im Ruhrgebiet erst in den 1820er Jahren wie die Stahlfabrik Tacke in Steele, die Eisenhütte Friedrich Harkort & Comp. in Wetter und die Eisenhütte Westfalia bei Lünen. Doch international ist die Holzkohletechnik dieser Eisenverhüttung nur bedingt konkurrenzfähig. Erst als im südlichen Ruhrgebiet neue Erzlagerstätten entdeckt werden und Steinkohlen aus größeren Teufen zur Verfügung stehen, die in Koksöfen veredelt werden können, gelingt 1849 mit der Inbe-triebnahme des ersten Kokshochofens der Region auf der achtzehn Jahre zuvor gegründeten Friedrich-Wilhelms-Hütte in Mülheim der Durchbruch zur großindustriellen Roheisenherstellung.

Die Harkortsche Fabrik auf Burg Wetter, Gemälde von Alfred Rethel 1832. 1824 nahm die Eisenhütte Friedrich Harkort & Comp. auf Burg Wetter mit einem Holzkohlehochofen den Betrieb auf (Quelle: Mannesmann-Archiv, Mülheim an der Ruhr)

Hochofenwerk der Friedrich Wilhelms-Hütte zwischen 1872 und 1875 in Mülheim an der Ruhr (Fotograf unbekannt; Quelle: ThyssenKrupp Konzernarchiv, Duisburg)