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Metallurgie in Oberschlesien im Zeitraum 1750-1796

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts waren Hochöfen, Roheisen-Hütten und Schmieden der technologische Grundstock Oberschlesiens. Die Anlagen waren in Privatbesitz (Gutsbesitzer der Umgebung), lagen an Flüssen und wurden mit Holzkohle betrieben. Im Jahr 1750 waren 14 Gebläseschachtöfen, 40 Roheisenhütten und 31 Schmieden in Betrieb. Man produzierte 5000 Tonnen Eisen. In den Jahren 1753 bis 1755 wurden neue Eisenhütten in Ozimek und Kluczbork erbaut, ferner auch Roheisenhütten in Jedlicze, Krasiejów und Budkowice. Diese gehörten dem Staat Preußen. In den darauf folgenden Jahren führten die steigende Nachfrage im Inland, ein Rückgang der Importe und eine Zunahme der Exporte zu einem bedeutenden Anstieg der Eisenproduktion. Im Jahr 1787 gab es bereits 44 Hochöfen und 151 Roheisenhütten, dagegen gerade einmal vier Schmieden. Diese produzierten insgesamt 8600 Tonnen Eisen pro Jahr. Seit den 1870er Jahren wurden Versuche unternommen, die Eisenproduktion auf der Basis von Kohle und Steinkohle anzutreiben. Diese Tendenz wurde vom Direktor der Obersten Kammer für Bergbau in Wrocław, Graf Friedrich Reden, entscheidend unterstützt. Die Experimente fanden im Jahr 1792 ihren erfolgreichen Abschluss: Man stellte Roheisen in den Hütten von Ozimek her, wobei die Hochöfen mit Kohle befeuert wurden. Die dazu verwendete Kohle stammte aus den "Królowa Luiza"-Bergwerken von Zabrze.
Ein für diese Zeit charakteristischer Gebläseschachtofen war 8 Meter hoch und hatte ein Volumen von 10 m³. Die äußere Form glich einer Pyramide ohne Spitze. Das Innere war aus Stein gearbeitet (Sandstein, Schiefer) und von einigen Metern dicken Steinmauern umgeben. Die Seitenwände wurden mit massivem Eichengebälk verstärkt. Die Produktion umfasste bis zu 200 Tonnen Roheisen pro Jahr, wofür 600 Tonnen Eisenerz, 700 Tonnen Holzkohle und 100 Tonnen Flussmittel gebraucht wurden.

Metallurgie in Oberschlesien im Zeitraum 1750-1850

In den Jahren 1800 bis 1850 stieg der Ertrag der oberschlesischen Hütten beständig. Die Nachfrage nach metallurgischen Produkten stieg ebenso wie der Export, während der Import durch in den Jahren 1818 und 1844 eingeführten Schutzzölle zurückging. Die Entwicklung verlief nach zwei Aspekten: Es wurden neue Hütten gebaut, die mit Koks, Steinkohle und Dampfmaschinen betrieben wurden. Im Jahr 1802 wurde die im Staatseigentum befindliche "Königliche" Hütte in Chorzów eröffnet. Sie verfügte über zwei Gebläseschachtöfen und Gebläse, die von Dampfmaschinen betrieben wurden. In den Jahren 1805 und 1809 wuden die ersten privaten Hütten gegründet (namentlich “Antonia” und “Hohenlohe”). Diese wurden mit Koks befeuert und mit Dampf betrieben. Im Jahr 1828 nahm J. Baildon die “Baildon”-Hütten in Katowice in Betrieb. Dort wurden erstmals in Oberschlesien Schmelzöfen installiert In der Folge wurden weitere Hütten erbaut in: Świętochłowice-“Falva” 1825-28, “Zgoda” 1838; Siemianowice-“Laura” 1835-39; Ruda Śląska-“Pokój” 1840. Gleichzeitig waren Hütten mit Holzkohle- und Wasserkraft weiter im Einsatz. Sie wurden aber umfassend umgebaut und modernisiert. Einige neue Gebläseschachtöfen, Gebläse, Roheisenhütten und Walzwerke wurden erbaut. Im Jahr 1850 waren in Oberschlesien 18 koksbefeuerte Hochöfen, 60 mit Holzkohle befeuerte Öfen und 9 Schmelzöfen in Betrieb. Die Produktion umfasste 60.000 Tonnen Eisen, davon gut die Hälfte aus mit Koks und Steinkohle befeuerten Hütten.
Ein für diese Zeit charakteristischer Gebläseschachtofen war 8 Meter hoch und hatte ein Volumen von 10 m³. Bereits 1850 hatten diese eine Höhe von 15 m und ein Volumen von 120 m³ erreicht. Die äußere Form glich einer Pyramide ohne Spitze und mit quadratischer Grundfläche. Das Innere war aus feuerfesten Ziegeln gebaut, die umgebenden Mauern waren mit Eisensträngen verstärkt. Im Jahr 1830 wurde die dritte Düse eingeführt. Ab dem Jahr 1834 wurden Hochofenwinderhitzer eingeführt, welche den Verbrauch von Brennstoffen (Koks und Holzkohle) um 30 %, den von Flussmitteln um 10 % und den von Eisenerz um 5 % reduzierten.